Machbar und zuverlässig – das bleibt die Devise

Volker Vervölgyi

Im Rahmen unserer laufenden Bewertungen schauen wir stets auch: Wo gibt es neue Entwicklungen und wo lässt sich Aufwand reduzieren, um so effizient wie möglich zu arbeiten? Zwei Beispiele.

„Das Institut hat zu gewährleisten, dass die Bewertung des medizinischen Nutzens nach den international anerkannten Standards der evidenzbasierten Medizin … erfolgt“, heißt es in § 139a Abs. 4 des SGB V. Dieser Vorgabe folgend untersuchte das Institut im Berichtsjahr 2025 unter anderem die systematische Identifikation von verzerrenden Variablen (Confoundern) in nicht randomisierten Studiendesigns – ein Thema, das die internationale Fachliteratur seit längerem diskutiert. Anhand eines Vergleichs zweier medikamentöser Therapien der schubförmig remittierenden multiplen Sklerose kam ein IQWiG-Team (unterstützt durch eine externe Arbeitsgruppe) zu dem Ergebnis, dass die -Identifikation nach dem Ansatz von Pufulete machbar und sinnvoll ist. Für die Studienplanung eines nicht randomisierten Vergleichs empfahl das IQWiG jedoch eine wesentliche Anpassung: Die im ersten Schritt identifizierten Confounder sollten stärker verdichtet werden, um den Aufwand für die abschließende Bewertung durch klinische Expertinnen und Experten deutlich zu senken.

Auch in einem weiteren Projekt ging es um die Reduzierung des Aufwands. Das IQWiG prüfte, wie relevant die Datenbank Embase für die Suche nach Arzneimittelstudien ist. Recherchen in Embase sind erfahrungsgemäß aufwendig, zudem fallen hohe Lizenzkosten an. Deshalb hat sich das IQWiG Studien aus den Datenbanken MEDLINE, CENTRAL und Embase angeschaut und abgeglichen. Ergebnis: Embase liefert für Nutzenbewertungen keinen relevanten Mehrwert. Eine separate Suche in dieser Datenbank ist verzichtbar.

Jahresbericht 2025