Information Retrieval Meeting
Drittes Information Retrieval Meeting des IQWiG in Köln
Zum dritten Mal fand das Information Retrieval Meeting (IRM) des IQWiG am 24. April 2026 statt – und zum ersten Mal in den eigenen Räumlichkeiten. Etwa 120 Information Specialists aus aller Welt kamen nach Köln, um sich über KI und die neusten Tools und Entwicklungen auszutauschen.
Titel des Treffens: „Let’s start with AI! How and where can large language models be implemented for day-to-day information retrieval?“ Expertinnen und Experten aus 15 Ländern – vor allem aus HTA-Agenturen und dem akademischen Bereich – informierten in Vorträgen und Workshops, in welchen Bereichen sie KI derzeit testen oder bereits in der täglichen Arbeit einsetzen.
Siw Waffenschmidt, Leiterin des IQWiG-Ressorts Informationsmanagement, stellte gleich zu Beginn fest: „Wir Information Specialists sind am meisten von KI betroffen, denn aktuelle Übersichten zeigen: Fast 80 Prozent der Studien in diesem Fachgebiet fallen in den Bereich der Informationsbeschaffung – also die Suche und Selektion von Studien.“
Robin Featherstone:
In ihrer Keynote berichtete Robin Featherstone von der Canada’s Drug Agency (CDA-AMC) von einem „Test-and-Learn“-Programm für die Nutzung von KI bei der kanadischen Arzneimittelbehörde. Spannend war vor allem ihr Bericht über die Entwicklung eines eigenen Tools, um die Suche nach „grauer“ Literatur zu unterstützen. Dabei scheinen die Tools die herkömmliche Arbeitsweise bisher eher zu ergänzen, nicht zu ersetzen.
Mikkel Vembye:
In der sich anschließenden Workshop-Reihe sprach Mikkel Vembye vom Danish Center für Social Science Research zum Thema KI-Screening und legte den Fokus auf den rasanten Wandel des Feldes: „Die Zukunft gehört der KI! Die Selektion von Studien, wie wir es heute kennen, wird innerhalb der nächsten 10 Jahre weitgehend verschwunden sein.“
Ella Flemyng:
Ella Flemyng von der Cochrane Collaboration sprach zusammen mit Claudia Lenkewitz vom IQWiG über den verantwortungsvollen Einsatz von KI bei der Evidenzsynthese und stellte ein Grundgerüst für die Auswahl passender Tools vor. Klar wurde: „Es gibt keine Abkürzung, man muss die Tools validieren und testen – und das kann mitunter genauso zeitaufwändig sein, wie die Durchführung einer systematischen Literaturrecherche ohne KI.“
Zum Abschluss gab es am Nachmittag kurze „Snapshots“, also interaktive Sitzungen: In drei- bis fünfminütigen Vorträgen wurden verschiedene Projekte zur Umsetzung von KI in der Informationsgewinnung präsentiert und anschließend in Kleingruppen diskutiert.
Am Ende des Tages waren sich alle Teilnehmenden einig: Es war ein wichtiger und wertvoller Austausch, mit viel inspirierendem Input für die eigene Arbeit – ein rundum gelungenes Information Retrieval Meeting.








