Kardiale MRT: Strahlungsfreie Herzdiagnostik bei Verdacht auf KHK
Zum Check der Herzfunktion bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit liefert die kardiale Magnetresonanztomografie ähnlich gute Ergebnisse wie die SPECT – aber ohne Strahlenbelastung.
Als nicht invasives und strahlungsfreies Verfahren zur Überprüfung der Herzfunktion ist die kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) von Vorteil für Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine chronische koronare Herzkrankheit (KHK) oder Verdacht auf das Fortschreiten einer schon bekannten KHK.
Bei Arteriosklerose von Gefäßen am Herzen (Koronararterien bzw. Herzkranzgefäße) führen Einlagerungen zu Gefäßverengungen und letztlich zum Sauerstoffmangel im Herzmuskel. Die Wahl eines geeigneten Untersuchungsverfahrens zur eingeschränkten Herzfunktion hängt ab von der KHK-Ausprägung (Vortestwahrscheinlichkeit), der individuellen Patientensituation und Belastbarkeit (z. B. weitere Erkrankungen) und der Verfügbarkeit der Diagnostik. Auch Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sind für die Verfahrenswahl relevant.
Differenzierte KHK-Diagnostik ist nötig und möglich
Verschiedene diagnostische Verfahren kommen infrage, wenn sich bei Herzbeschwerden nach der Basisdiagnostik eine KHK-Wahrscheinlichkeit von etwa 1585 Prozent ergibt: MRT, SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) und Stress-Echokardiografie untersuchen als sogenannte funktionelle Verfahren die Tätigkeit des Herzens und sind prinzipiell also miteinander vergleichbar. Weil die Stress-Echokardiografie immer seltener eingesetzt wird, geht das IQWiG bei seinem Verfahrensvergleich darauf nicht ein.
Die invasive Koronarangiografie (ICA, „Herzkatheter“) soll dagegen erst zum Einsatz kommen, wenn die KHK-Wahrscheinlichkeit sehr hoch (> 85 Prozent) ist und nachdem mit einer MRT, SPECT oder anderen Verfahren bereits KHK-Anzeichen festgestellt wurden. Differenziert nach der individuellen Patientensituation ist im Idealfall nicht mehr als einer dieser Tests erforderlich, um eine KHK relativ sicher anzuzeigen oder auszuschließen.
Kardiale MRT: vergleichbare Güte, aber ohne Strahlenbelastung
Weil sich nur eine wenig aussagekräftige Studie zum Vergleich von MRT oder SPECT bei KHK-Verdacht fand, in der Patientinnen und Patienten per Losverfahren entweder eine MRT oder eine SPECT erhielten, prüfte das IQWiG zusätzlich die diagnostische Güte der kardialen MRT im Vergleich zur SPECT: Die Ergebnisse aus sechs Studien zur diagnostischen Güte zeigen, dass die kardiale MRT mindestens vergleichbar gut eine KHK erkennt. Allerdings kommt die MRT im Gegensatz zur SPECT ohne Strahlenbelastung aus – für das IQWiG der entscheidende Vorteil der kardialen MRT für die Betroffenen.