Warum ist eine direkt vergleichende Studie am besten?

Klinische Studien können entweder nur eine Patientengruppe untersuchen oder aber diese eine Gruppe mit einer zweiten Patientengruppe vergleichen, die anders behandelt wird. Man unterscheidet somit vergleichende und nicht-vergleichende Studien. Oft wird auch von kontrollierten Studien gesprochen, weil die Begriffe Vergleichs- und Kontrollgruppe dasselbe meinen.

Wenn in einer Studie nur eine Patientengruppe (und damit nur eine Behandlung) untersucht wurde, lässt sich nur feststellen, ob es den Patientinnen und Patienten nach der Behandlung besser ging als vorher. Ein solcher Vorher-nachher-Vergleich ist aber kaum aussagekräftig. Man stelle sich eine Studie vor, in der 100 Personen mit einer Erkältung eine Zuckertablette erhalten. Nach 1 Monat sind sehr wahrscheinlich fast alle Personen „geheilt“, aber dies entspricht dem natürlichen Verlauf der Erkrankung und beweist nicht die Wirksamkeit der Behandlung.

Notwendig ist also ein Vergleich zwischen zwei Gruppen, von denen eine die neue und eine die bisherige Behandlung erhält. Wenn beide Gruppen zur selben Zeit am selben Ort behandelt werden, nennt man dies einen direkten, parallelen Vergleich. Deutlich unsicherer sind dagegen nicht parallele Vergleichsgruppen, weil dann die unterschiedlichen Rahmenbedingungen scheinbare Unterschiede erzeugen können. Wenn man z. B. eine Erkältungs-Therapie A an Erkältungen im Jahr 2025 untersucht und dies mit den Ergebnissen einer Therapie B im Jahr 2023 vergleicht, so ist die Aussagekraft dieses Vergleichs gering. Denn die Erkältungs-Viren, die betroffenen Personen und die allgemeine Behandlung können sich zwischen den Jahren unterscheiden und so den Vergleich zwischen A und B verfälschen.

Für einen fairen Vergleich zweier Medikamente oder Behandlungsmethoden braucht es also direkt vergleichende Studien mit parallelem Design. Dies wird am besten durch randomisierte kontrollierte Studien ermöglicht, da durch die auch Verfälschungen des Gruppenvergleichs durch unterschiedliche Patientencharakteristika vermieden werden.

Grundlegende Aspekte von Nutzenbewertungen einfach erklärt

Die Methodik des IQWiG ist im Methodenpapier detailliert dargestellt. Aber warum arbeitet das IQWiG wie es arbeitet? Was ist an einem direkten Vergleich so bedeutend? Und was genau ist die zweckmäßige Vergleichstherapie? Diese und weitere Aspekte der Methodik erklären wir kurz und verständlich auf diesen Seiten: