Wege der Auftragsvergabe

Wer kann überhaupt Aufträge an das IQWiG vergeben? Und unter welchen Umständen kann das Institut aus eigenem Antrieb aktiv werden? Das erklären wir in dieser fünfteiligen Infografik.

Wege der Auftragsvergabe an das IQWiG: eine fünfteilige Infografik. Erster Teil. Die Schließung einer medizinischen Wissenslücke kann vom Gemeinsamen Bundesausschuss, vom BMG oder von Bürgerinnen und Bürgern angestoßen werden. Das Institut stellt dann die wissenschaftliche Beleglage zusammen und wertet sie aus. In vielen Fällen bezieht es dabei auch externe Fachleute ein. Die Ergebnisse fügt das Institut zu einem Gutachten zusammen, das an die Auftraggeber versandt und auf der Website veröffentlicht wird. Bei den Auftraggebern fließt das Gutachten in Beschlüsse, Verordnungen, Leitlinien usw. ein. Das Ergebnis: Die Wissenslücke wurde geschlossen. Oder es wurde weiterer Forschungsbedarf belegt.
Wege der Auftragsvergabe an das IQWiG: eine fünfteilige Infografik. Zweiter Teil. Beispiel für einen Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses an das IQWiG: Antidepressiva. Der Anlass war die Ungewissheit, ob bei bestimmten Antidepressiva der Nutzen oder die Nebenwirkungen überwiegen. Unklar waren auch die Vor- und Nachteile einzelner Antidepressiva im Vergleich zueinander. Der Auftrag war eine Nutzenbewertung auf Basis von Studien, die die Hersteller der Antidepressiva durchgeführt hatten. Das Ergebnis: Die Daten waren unvollständig. Nicht alle Hersteller lieferten das fehlende Material nach. Für ein Antidepressivum ließ sich ein Schaden, aber kein Nutzen belegen. Die Folge: Das IQWiG und andere forderten eine gesetzliche Pflicht zur Veröffentlichung von Studiendaten. Inzwischen gibt es sie. Hersteller müssen dem IQWiG ihre Daten zur Verfügung stellen. Das führt zu besseren Therapie-Entscheidungen.
Wege der Auftragsvergabe an das IQWiG: eine fünfteilige Infografik. Dritter Teil. Beispiel für einen Auftrag des BMG an das IQWiG: Leitlinie zur natürlichen sogenannten vaginalen Geburt am Termin. Der Anlass: Zwei Fachgesellschaften wollten eine Leitlinie erarbeiten. Dafür brauchten sie einen Überblick über die Evidenzlage. Der Auftrag an das IQWiG war eine Unterstützung der Fachgesellschaften. Diese stellten dem Institut acht Schlüsselfragen. Das Ergebnis: Das IQWiG ermittelte und bewertete Studien zu den Fragen rund um die „natürliche Geburt“. Die Folge: Orientierung für das medizinische Personal und mehr Sicherheit für Schwangere und ihre Kinder.
Wege der Auftragsvergabe an das IQWiG: eine fünfteilige Infografik. Vierter Teil. Beispiel für einen HTA-Bericht: Welche Alternativen gibt es zu Antidepressiva? Der Anlass: Viele Menschen bekommen Herbst-Winter-Depressionen. Nicht alle wollen gleich Antidepressiva nehmen. Hilft eine Lichttherapie oder Vitamin D? Diese Frage wurde beim ThemenCheck Medizin gestellt. Den Auftrag erteilte das IQWiG an ein externes Autorenteam. Das Ergebnis: Lichtlampen verbessern die Symptome und wirken etwa so gut wie das Medikament Fluoxetin oder eine kognitive Verhaltenstherapie. Zu Vitamin D gab es keine guten Studien. Die Folge: Man weiß jetzt, dass Lichtlampen bei einer Herbst-Winter-Depression einen Nutzen haben. Viele betroffene können auf ein Antidepressivum verzichten.
Wege der Auftragsvergabe an das IQWiG: eine fünfteilige Infografik. Fünfter Teil. Beispiel für einen Generalauftrag: Unsicherheit in Patienten-Informationen. Der Anlass: Um eine informierte Entscheidung zu treffen, muss man wissen, wie sicher die Evidenz ist. Aber wie beeinflusst die Darstellung von Unsicherheit die Leserinnen und Leser einer Patienten-Information? Der Generalauftrag: Forscherinnen und Forscher der Uni Erfurt und des IQWiG nahmen sich vor, Textvarianten mit unterschiedlicher Aussagensicherheit zu einem fiktiven Arzneimittel empirisch zu testen. Das Ergebnis: Die Mitteilung wissenschaftlicher Unsicherheit über einen Behandlungseffekt hatte wenig Einfluss auf die wahrgenommene Wirksamkeit der Behandlung. Die Folge: Die Verfasserinnen und Verfasser von Patienten-Informationen wissen nun, dass sie ihrer Leserschaft ehrliche Darstellungen unsicherer Evidenz ruhig zumuten können.
Bild von

Jens Flintrop

Pressesprecher

Bild von

Susanne Breuer

Pressereferentin

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