Brotkrumenpfad

03.01.2011

Vorbericht zu PET und PET/CT bei malignem Melanom veröffentlicht

Nutzen der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) lässt sich mangels belastbarer Studien derzeit nicht beurteilen

Der Stellenwert der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) alleine oder in Kombination mit einer Computertomographie (CT) für Patienten mit malignem Melanom ist derzeit Gegenstand einer Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die vorläufigen Ergebnisse dieser vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragten Nutzenbewertung hat das Institut am 3. Januar 2011 veröffentlicht. Danach ist es auf Basis der derzeit verfügbaren Studien nicht möglich, belastbare Schlussfolgerungen zum Nutzen der PET zu ziehen. Bis zum 31. Januar 2011 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Nutzen für Patienten entscheidend

Maligne Melanome (Schwarzer Hautkrebs) können einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Bei den meisten Patientinnen und Patienten kann das Melanom durch eine kleinere Operation vollständig entfernt werden. Bei manchen sind jedoch schon bei der ersten Diagnose versteckte Metastasen vorhanden, die oft aber erst später auffallen. Viele Fachleute hoffen, dass eine Untersuchung mit PET oder PET/CT alleine oder in Kombination mit anderen Methoden schon bei der Diagnose hilft versteckte Metastasen zu erkennen. Außerdem hoffen sie, mit PET oder PET/CT bei Nachuntersuchungen früher ein Wiederauftreten des Krebses erkennen zu können. Diese Informationen sollen es dann ermöglichen, den Patienten bessere Therapieempfehlungen zu geben.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG haben deshalb die weltweite Fachliteratur nach Studien durchsucht, in denen Auswirkungen der PET oder PET/CT auf gesundheitliche Aspekte untersucht wurden, die für Patienten unmittelbar relevant sind. Zum Beispiel könnten die Untersuchungsergebnisse helfen, Patienten mit Metastasen schon früher mit weiteren, nützlichen Therapien zu behandeln. Oder die Ergebnisse könnten Patienten Therapien ersparen, die nicht nötig sind. Allerdings blieb die Suche nach solchen Studien erfolglos, so dass die Frage nach dem Nutzen der PET oder PET/CT unbeantwortet bleiben musste.

Zuverlässigkeit nicht klar

Zusätzlich haben die IQWiG-Autorinnen und Autoren auch nach Studien gesucht, in denen die diagnostische Genauigkeit der PET oder PET/CT mit anderen Untersuchungsverfahren verglichen wurde. Dabei geht es um die Frage, wie oft eine PET-Untersuchung ein falsches Ergebnis liefert. Sie sollte auf der einen Seite so selten wie möglich Metastasen übersehen, aber auf der anderen Seite auch keinen falschen Verdacht wecken. Hier fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwar insgesamt 16 Diagnosestudien, allerdings fiel die diagnostische Genauigkeit der PET oder PET/CT in diesen Studien sehr unterschiedlich aus. Ein Vergleich der PET oder PET/CT mit anderen Technologien (z. B. CT alleine) wurde nur in 2 Studien untersucht, so dass sich auch hier keine allgemeinen Schlussfolgerungen ziehen ließen.

Um den Nutzen der PET für Patientinnen und Patienten mit malignen Melanomen zu untersuchen, sind deshalb dringend methodisch hochwertige Studien erforderlich.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Den vorläufigen Berichtsplan für dieses Projekt hatte das IQWiG im Februar 2010 vorgelegt und um Stellungnahmen gebeten. Diese wurden zusammen mit einer Würdigung und dem überarbeiteten Berichtsplan im Juli 2010 publiziert. Stellungnahmen zu dem jetzt veröffentlichten Vorbericht werden nach Ablauf der Frist gesichtet. Sofern sie Fragen offen lassen, werden die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen. Danach wird der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht an den Auftraggeber G-BA weitergeleitet.

Einen Überblick über Hintergrund, Vorgehensweise und weitere Ergebnisse des Vorberichts gibt folgende Kurzfassung.

Kontakt: Tel. 0221-35685-0, info@iqwig.de


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