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HTA-Berichte

HTA-Berichte gehen auf Vorschläge von Versicherten und anderen interessierten Einzelpersonen auf der Website ThemenCheck Medizin zurück. Ziel des Gesetzgebers ist es, damit eine Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung bei der Förderung der evidenzbasierten Medizin zu schaffen.

In den Berichten werden stets Nutzen und Schaden eines medizinischen Verfahrens bewertet. Darüber hinaus können die HTA-Berichte in Anlehnung an internationale HTA-Standards und abhängig vom jeweiligen Thema auch seine ökonomischen, ethischen, rechtlichen, sozialen und organisatorischen Aspekte in Bezug auf die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten aufgreifen. Rechtliche Grundlage der Berichterstellung ist § 139 b Absatz 5 SGB V.

Die HTA-Berichte leitet das IQWiG an Institutionen in Deutschland weiter, die zum Beispiel über die Leistungen und Struktur des Gesundheitswesens entscheiden. Auf diese Weise sollen die Ergebnisse von HTA-Berichten direkte Auswirkungen auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten im deutschen Gesundheitswesen haben, z. B. bei Behandlungsentscheidungen im Gespräch von Patient und Arzt oder auch bei Systementscheidungen von Selbstverwaltung und Politik.

Im Jahr 2016 startet voraussichtlich das erste Auswahlverfahren nach einer verkürzten Vorschlagsphase von drei Monaten. Die Arbeit an ersten HTA-Berichten soll dann Mitte 2017 beginnen. Mit den ersten HTA-Berichten ist im Jahr 2018 zu rechnen.

Jeder HTA-Bericht umfasst zwei Teile: einen Basisbericht, den externe Sachverständige gemäß der Allgemeinen Methoden des IQWiG erstellen, sowie einen Herausgeberkommentar des IQWiG, der die Ergebnisse einordnet.

Erstellen von HTA-Berichten (vereinfacht):

  • Themenauswahl: Jedes Jahr wählt das Institut gemeinsam mit Patientenvertretern, Bürgerinnen und Bürgern, unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Delegierten des Stiftungsvorstands aus Themenvorschlägen von Bürgerinnen und Bürgern bis zu fünf Themen aus, die für die Patientenversorgung in Deutschland besonders bedeutsam sind. Zu diesen Themen entstehen dann HTA-Berichte.
  • Berichtsprotokoll: Das methodische Vorgehen bei der Bearbeitung des ausgewählten Themas wird entsprechend der Methodik des IQWiG von externen Sachverständigen in einem Berichtsprotokoll festgelegt und vom IQWiG auf Konformität geprüft.
  • Basisbericht: Die externen Sachverständigen erstellen einen vorläufigen Basisbericht. Dieser umfasst auch ein Fazit und eine allgemein verständliche Kurzfassung. Nach einer Konformitätsprüfung und Abnahme des vorläufigen Basisberichts durch das IQWiG wird ein schriftliches Stellungnahmeverfahren durchgeführt. Eine Würdigung der Stellungnahmen und gegebenenfalls eine Anpassung des Berichts aufgrund der Stellungnahmen erfolgt durch die externen Sachverständigen.
  • Herausgeberkommentar: In einem Herausgeberkommentar erfolgt eine Einordung der Arbeitsergebnisse durch das IQWiG.
  • HTA-Bericht: Der Basisbericht der externen Sachverständigen wird zusammen mit einem Herausgeberkommentar des IQWiG als HTA-Bericht veröffentlicht.
  • Gesundheitsinformation.de: Wie vom Gesetzgeber vorgesehen, werden die Ergebnisse der HTA-Berichte auch auf gesundheitsinformation.de dargestellt.

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