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Brotkrumenpfad

Schiffsbau auf hoher See

Schon der Prototyp der IQWiG-Methoden aus dem Jahr 2004 formulierte als Maxime: unabhängig, patientenorientiert, evidenzbasiert und transparent arbeiten. Diese Attribute bilden bis heute das Fundament der Institutsarbeit.

Stürmischer Auftakt

Als Peter Sawicki zum offiziellen Startschuss des IQWiG am 1. Oktober 2004 seine ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um sich scharte, machte er Eines unmissverständlich klar: Zuallererst waren die Arbeitsweisen des Instituts zu erarbeiten und aufzuschreiben – und das innerhalb einer Frist von 30 Tagen! So stand am 1. November 2004 der erste Entwurf der „Methoden und Verfahrensordnung“ auf der frischen Internetseite des IQWiG zur öffentlichen Diskussion. Diesen Prototyp entwickelte das IQWiG kontinuierlich weiter und publizierte die Methodenfortschritte in mehreren Folgeversionen.

Effizienzgrenze

Gesetzliche Änderungen machten häufig Methodenanpassungen notwendig. So erweiterte das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) 2007 das Aufgabenspektrum des Instituts um die Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln. Das IQWiG löste diese Herausforderung mit der Methodik der Effizienzgrenze.

AMNOG bringt frischen Wind

Im Jahr 2011 eröffnete das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) dem Institut die frühe Nutzenbewertung als weitere Aufgabe. Eine Überarbeitung des Methodenpapiers schloss sich an. Sie führte darüber hinaus eine neue, dritte Kategorie zur Verlässlichkeit von Aussagen zum Nutzen und Schaden von Arzneimitteln ein: den Anhaltspunkt als Stufe der geringsten Aussage-Wahrscheinlichkeit.

Potenzialbewertung

Das Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) schließlich erforderte die Ergänzung des Methodenpapiers um neue Abschnitte zur Potenzialbewertung gemäß der Erprobungsregelung.

Patientenpräferenzen

Ergänzt wurden in 2013 außerdem Methoden für die Ermittlung von Patientenpräferenzen per Analytic Hierarchy Process und Conjoint-Analyse.

Positive Bilanz

Seit der ersten Version sind die Methoden des Instituts genauer und damit nachvollziehbarer geworden. Zentral geblieben ist der faire wissenschaftliche Vergleich verschiedener Verfahren als Basis für die Bewertung. In vielen Bereichen hat das IQWiG methodische Maßstäbe gesetzt und von Anfang an wurde es dabei von der Fachöffentlichkeit kritisch begleitet, bisweilen „hart am Wind“.

Spagat ist zu bewältigen

Es galt und gilt weiterhin, den methodischen Spagat zwischen ausreichender Konkretisierung auf der einen und notwendiger Flexibilität auf der anderen Seite zu halten. Dass Begriffe, die erstmals prominent in Dokumenten des IQWiG verwendet wurden, nun nahezu „Allgemeingut“ geworden sind, darauf kann das IQWiG stolz sein. Beispielsweise „Patientenrelevanz von Endpunkten“ ist inzwischen gebräuchlich im Zusammenhang mit Nutzenbewertungen und hat sogar Einzug in das Sozialgesetzbuch gehalten.


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