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Im HTA-Verbund: National und International

Bereits das junge IQWiG knüpfte rasch nicht nur national Kontakte, auch international wurde es aktiv. So ist es heute in den maßgeblichen Dachverbänden für Health Technology Assessment (HTA) aktives Mitglied – auf nationaler und internationaler Ebene.

HTA in Deutschland und Europa

Die systematische Bewertung gesundheitsrelevanter Technologien, kurz HTA genannt, war im deutschen Gesundheitssystem spätestens ab 2004 mit der Gründung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und des IQWiG institutionalisiert. Bereits 1987 hatte Schweden als erstes europäisches Land eine HTA-Agentur etabliert. In den 90er Jahren folgten vielfältige nationale HTA-Programme in zahlreichen europäischen Ländern. Heute ist HTA in Europa mit über 90 Agenturen und Instituten ein fest etabliertes Instrument zur Vorbereitung von Entscheidungen im Gesundheitswesen.

Inhalte von HTA

HTA wägt in erster Linie Vor- und Nachteile neuer Gesundheitstechnologien gegeneinander ab. Je nach Ausgestaltung des Gesundheitssystems und der jeweiligen Agentur wird auch die Kostenseite neuer Technologien bewertet. Ethische, soziale, rechtliche und organisatorische Auswirkungen finden zuweilen auch Berücksichtigung.

Im internationalen Konzert

Das IQWiG ist in zahlreichen Dachverbänden für HTA aktives Mitglied wie im International Network of Agencies for Health Technology Assessment (INAHTA) sowie im Health Technology Assessment International (HTAi). 2013 wurde das IQWiG in den Vorstand der HTAi gewählt und Mitglied des hochrangig besetzten Policy Forums der HTAi. Dieses strebt den Austausch mit den wichtigsten Beteiligten im internationalen HTA-Konzert  an. Ferner arbeitet das IQWiG in der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research (ISPOR) mit, in der es 2013 in den Vorsitz des europäischen HTA-Roundtables gewählt wurde.

Über die Jahre engagierte sich das Institut auch in der Cochrane Collaboration, die eng mit dem Deutschen Netzwerk evidenzbasierte Medizin (DNebM) vernetzt ist. Ebenso war seine Expertise in vielfältigen  anderen internationalen Zusammenhängen gefragt.

Zusammenarbeit mit NICE und HAS

Intensiv ist der bereits seit 2006 regelmäßig gepflegte Austausch mit dem National Institute of Health and Care Excellence(NICE) in Großbritannien und der Haute Autorité de Santé (HAS), der obersten Gesundheitsbehörde in Frankreich. Trotz aller strukturellen Unterschiede zu NICE und HAS sind die regelmäßigen Treffen für die IQWiG-Arbeit sehr befruchtend. Während „Assessment“ (Bewertung) beim IQWiG und „Appraisal“ (Entscheidung) beim G-BA angesiedelt sind, vereinigen NICE und HAS dies unter einem Dach. Beispielsweise schließt NICE in einem staatlichen und steuerfinanzierten Gesundheitssystem die ökonomische Komponente direkt in seine Bewertungen mit ein. HAS zentralisiert in einem Haus den gesamten Regelungsbedarf des französischen Gesundheitswesens.

Europäisch vernetzt durch EUnetHTA

2006 zunächst nur als Projekt gestartet, hat sich EUnetHTA (European Network for Health Technology Assessment) als Arbeitsverbund von Ministerien, Behörden und wissenschaftlichen Instituten aus den EU-Mitgliedsstaaten zu einem stabilen Gebilde mit positiver Zukunftsperspektive entwickelt. Das IQWiG ist Gründungsmitglied des Verbundes.

Mit zunehmender Routine und nach gemeinsam festgelegten Standards erarbeiten die Netzwerkpartner HTA-Berichte zu Arzneimitteln oder nichtmedikamentösen Verfahren. Die Berichte können dann auf nationaler Ebene ganz oder teilweise genutzt werden. Erklärtes Ziel ist, unter Berücksichtigung nationaler Vorgaben das HTA im europäischen Verbund schneller, besser und einheitlicher durchzuführen. EUnetHTA ist mit Mitteln der Europäischen Union (EU) gefördert und wächst stetig um Organisationen an, die in Europa HTA betreiben.

Methodenleitfäden

Mit der stellvertretenden Leitung im sogenannten Arbeitspaket 7 „Methodenentwicklung“ hat das IQWiG als erfahrener Partner größere Verantwortung im Netzwerk übernommen, hier speziell für die Erarbeitung von gemeinsamen Methodenleitfäden. Übergreifend soll in den Jahren 2012 bis 2015 verteilt auf acht Arbeitspakete im Aktionsprogramm „Joint Action 2“ das Fundament für eine noch engere Zusammenarbeit fachlich, technisch und organisatorisch ausgebaut werden.


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