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06.05.2010

IQWiG-Patienteninformation: Gute Noten von der WHO

Weltgesundheitsorganisation bewertet eine der führenden europäischen Websites mit Patienteninformationen

"Relevant, objektiv und unabhängig”, so bewertet die WHO die vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Gesundheitsinformationen. "Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte", sagte Kees de Joncheere, der Regionalbeauftragte für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa. "Diese Informationen sind auch eine Quelle für andere Länder auf der ganzen Welt - die Übersetzung in weitere Sprachen wäre ein echter Gewinn.” Die WHO verlinkt daher jetzt auf die IQWiG-Informationen.

Begutachtung evidenzbasierter Patienteninformation: ein Novum für die WHO in Europa

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist eine unabhängige Forschungseinrichtung, die im Zuge der Gesundheitsreform 2004 ins Leben gerufen wurde. Im Jahr 2008 hat das IQWiG die WHO eingeladen, die Methoden, nach denen das Institut seine Patienteninformationen erstellt, sowie die Qualität und Richtigkeit seiner Informationen zu bewerten.

Die WHO stellte zu diesem Zweck eine internationale Gruppe von fünf Expertinnen und Experten zusammen, die bei der Bewertung der Arbeit des Instituts strengste internationale Qualitätsmaßstäbe anlegten. Der Abschlussbericht der Gruppe enthält eine Reihe von Empfehlungen, wie das IQWiG sein Programm weiterentwickeln und seine Stellung als ein führender Produzent von patientenzentrierten und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen ausbauen könnte.

De Joncheere: "Die Methoden des IQWiG sind ein valider, hochwertiger Ansatz, der das Risiko von Verzerrungen auf ein Minimum beschränkt. In den Prozess sind relevante Interessengruppen eingebunden. Auch die Einbeziehung von Informationen, die durch Interviews mit Patientinnen und Patienten gewonnen wurden, sowie die Berücksichtigung qualitativer Evidenz stellen eine wertvolle perspektivische Erweiterung dar.”

Das WHO-Team lobte das Institut und seine Leitungsgremien für "ihre eindrucksvollen Leistungen, ihre hohe fachliche Kompetenz sowie das Engagement der Institutsleitung und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts".

Verbesserungspotenzial

De Joncheere erklärte: "Unser Team hat sich auf strittige Bereiche oder Bereiche mit Verbesserungspotenzial konzentriert". So sollten beispielsweise

  • die Kriterien für die Themenauswahl zum Abschluss gebracht und veröffentlicht werden;
  • die interne Dokumentation von Methoden und Arbeitsabläufen ausgeweitet und veröffentlicht werden;
  • die Verbreitungsstrategien und Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden, um die Website sowohl bei Beschäftigten im Gesundheitswesen als auch bei Patientinnen und Patienten bekannter zu machen;
  • Methoden vom Institut erarbeitet werden, mit denen es die Auswirkungen seiner Gesundheitsinformationen bewerten kann und wie nicht-direktive und direktive Informationen bei Patientinnen und Patienten ankommen.

"Im Verlauf unserer Prüfung wurden einige unserer Empfehlungen direkt umgesetzt, so etwa die Entwicklung eines Systems, mit dem Interessengruppen zu den Kommentaren, die sie im Verlauf der Konsultationsphase abgeben, Rückmeldung erhalten”, sagte de Joncheere.

Der Leiter des Instituts, Professor Peter Sawicki, dankte der WHO und ihrem Review-Team im Namen des IQWiG für ihre gründliche Überprüfung. "Dies war für uns eine willkommene Gelegenheit, unsere Methoden und Ergebnisse einem der strengsten internationalen Tests zu unterziehen. Der WHO-Bericht enthält wertvolle Anregungen, wie wir unsere Arbeit verbessern und ihre Nachhaltigkeit gewährleisten können. Das Institut will möglichst viele dieser Empfehlungen umsetzen."

"Nach dem Willen des Gesetzgebers soll die Arbeit des IQWiG die Autonomie der Patientinnen und Patienten stärken", ergänzte Sawicki. "Das geht aber nur, wenn wir uns von der langen Tradition verabschieden, den Menschen zu sagen, was sie tun und was sie lassen sollen. Wir haben es hier mit einer neuen Art von Patienteninformation zu tun. Es ist unerlässlich, dass das IQWiG sich weiterhin für die Erstellung bestmöglicher unabhängiger, evidenzbasierter Patienteninformationen einsetzt. Die Gesellschaft wird mit einseitigen Informationen nur so überflutet. Patientinnen und Patienten sowie die Öffentlichkeit sind heute mehr denn je auf eine Informationsquelle angewiesen, der sie vertrauen können."

Kontakt: Tel. 0221-35685-0, info@iqwig.de



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