Brotkrumenpfad

22.04.2016

Abwicklung der ZB MED: ein Tiefschlag für die evidenzbasierte Medizin

IQWiG setzt sich in offenem Brief für Erhalt der zentralen Literaturversorgung ein

In einem offenen Brief an die zuständigen Bundes- und Landesministerien sowie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für den Erhalt der zentralen medizinischen Literaturversorgung plädiert, die über das Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften ZB MED organisiert ist.

„Die Nachricht, dass der Senat der Leibniz-Gemeinschaft Bund und Ländern die Beendigung der Förderung der ZB MED empfiehlt, hat uns überrascht“, sagt Siw Waffenschmidt, Leiterin des Stabsbereichs Informationsmanagement im IQWiG – war doch die Evaluation, die diesem Beschluss vorausging, überwiegend positiv ausgefallen. Wie in dem offenen Brief ausgeführt, würde sich die Beschaffung der medizinischen Fachliteratur, auf der die Gutachten des Instituts beruhen, bei einer Abwicklung der Institution erheblich verschlechtern.

Darüber hinaus sieht die Institutsleitung in der Schließungsempfehlung ein bedenkliches wissenschaftspolitisches Signal: „Erst werden die Datenbanken des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information abgeschafft, nun soll die ZB MED folgen. Zahllose Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssten ihre Literatur dann direkt über die Verlage erwerben. Deren Preisvorstellungen überfordern schon viele Universitätsbibliotheken – von anderen Einrichtungen und Einzelpersonen ganz zu schweigen“, so Jürgen Windeler, Leiter des IQWiG. „Die Bereitstellung wissenschaftlicher Literatur ist aber in öffentlichem Interesse. Hoffentlich besinnen sich die Ministerien und die GWK noch eines Besseren.“

Pressekontakt:

Tel.Tel. +49 221 35685-0

E-Mailpresse@iqwig.de


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